Nachhaltige Entwicklung

Bio Suisse Bauern und Lizenznehmer wirtschaften so, dass kommende Generationen die gleichen Möglichkeiten haben – echt nachhaltig.

Bio Suisse entwickelt sich immer weiter – auch im Bereich Nachhaltigkeit. So etwa bei der Förderung von Züchtungen biotauglicher Sorten, dem Umsetzen von innovativen Ideen, den hohen Anforderungen an die Beschaffung kritischer Produkte oder dem Vorrang für einheimische Futtermittel.

Bio von Anfang an: Züchtung

Jahresbericht 2018 Nachhaltigkeit Zuechtung

Sorten für den biologischen Anbau

Ziel von Bio Suisse ist es, langfristig komplett ökologisch gezüchtete Pflanzen einzusetzen. Deshalb unterstützt der Verband der Knospe-Bauern seit 2010 Züchtungsprojekte für den biologischen Pflanzenbau. Züchter müssen auf Sorten setzen, die an eine extensive Düngung sowie an vorherrschende Umweltbedingungen angepasst und gegen Pflanzenkrankheiten robust sind. Die aus der Pflanze hervorgehenden Produkte wie etwa Äpfel sollen gut schmecken und schön aussehen. Dabei darf nur mit Methoden und Techniken gearbeitet werden, die im Biolandbau erlaubt sind.

Ein unterstütztes Projekt ist die Züchtung von CMS-freien Gemüsesorten. CMS bedeutet «cytoplasmatische männliche Sterilität». Sorten, die auf künstlicher CMS basieren, sind aus Sicht des Biolandbaus nicht naturnah, da die Technik in die Zelle eingreift. Bio Suisse unterstützt auch Poma Culta. Der Verein arbeitet an der Züchtung von Tafelapfelsorten mit hoher Krankheitstoleranz. Auch die Getreidezüchtung Peter Kunz wird von Bio Suisse gefördert und hat bereits einige neue Dinkelsorten für den Biolandbau auf den Markt gebracht.

Innovation

Jahresbericht 2018 Nachhaltigkeit Insekten

Insekten auf dem Teller

Auch wenn Insekten in der Schweiz heutzutage (noch) keine vertraute Speise sind, ermöglicht Bio Suisse deren knospekonforme Produktion und Verarbeitung. Insekten als Nahrungsmittel bieten wertvolles Protein, das mit einem geringeren Ressourcenaufwand als etwa bei Fleisch produziert werden kann. Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer ernähren sich von Nebenprodukten, die bei der Verarbeitung von Bio-Getreide oder -Bier und nicht verkaufbarem Bio-Gemüse anfallen. Bei der Haltung müs- sen die Grundsätze von Bio Suisse eingehalten werden, so etwa die alleinige Verwendung von Knospe-Futter. Bei der Verarbeitung sind keine Zusatzstoffe zugelassen. Der Knospe-Insektenburger schmeckt lediglich nach den darin enthaltenen Zutaten. Schlussendlich entscheiden die Konsumentinnen und Konsumenten, ob es ihnen schmeckt.

Knospe-Palmöl

Jahresbericht 2018 Nachhaltigkeit Palmoel

Nachhaltig produziert

Palmöl ist in der Lebensmittelverarbeitung ein beliebtes Fett, da es bei Zimmertemperatur fest, geruchsneutral, pflanzlich und lange haltbar ist. Es hat von allen Fetten die besten Eigenschaften in Backmaschinen. Es dient auch als Ersatz für gehärtete Fette, die als ungesund gelten und bei Bio-Lebensmitteln nicht erlaubt sind.

Bio Suisse hat höchste Standards bezüglich Palmölanbau und geht deutlich weiter als der Standard RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl). Konkret dürfen bei Bio Suisse keine Wälder gerodet oder Flächen abgebrannt werden, um eine Palmölplantage zu pflanzen. Chemisch-synthetische Pestizide und Dünger sind tabu. Der ganze Betrieb muss biologisch bewirtschaftet und Biodiversitätsflächen müssen ausgewiesen werden.

Die Strategie von Bio Suisse zu Palmöl lautet: Einheimisches Fett soll bevorzugt eingesetzt werden, Bio Suisse zertifiziertes Palmöl ist aber weiterhin möglich. Sein Anbau soll noch nachhaltiger werden. Dazu überarbeitet Bio Suisse zurzeit die Richtlinien zu Palmöl. Ein Ziel, das weiterverfolgt wird, ist die Bevorzugung von Kleinbauernkooperativen.

Wiederkäuerfütterung

Jahresbericht 2018 Nachhaltigkeit Futter

Mehr Schweizer Bio-Futter

Der Grundsatz betreffend Nutztierfütterung in den Richtlinien von Bio Suisse lautet: artgerecht und möglichst regional. Da in der Schweiz nicht genügend Futter für Rinder, Schweine und Hühner produziert wird, dürfen etwa Getreide und Soja aus dem Ausland importiert werden. Ab 2019 muss sämtliches Futter für Knospe-Tiere aus Europa kommen.

Bei der Wiederkäuerfütterung ist Bio Suisse noch strenger: Die Delegierten von Bio Suisse haben 2018 entschieden, dass ab 2022 das Futter für Rinder, Schafe und Ziegen vollständig aus der Schweiz kommen muss. Zudem wird der Einsatz von Kraftfutter nochmals verringert, nämlich von zehn auf fünf Prozent des gesamten Futters.

Die von Bio Suisse vor fünf Jahren gestartete Bio-Offensive zeigt Wirkung: In den letzten Jahren gingen die Getreideimporte zurück, und die inländische Bio-Futtergetreide-Menge konnte stetig gesteigert werden. Somit stärkt Bio Suisse die einheimische Produktion.

Nachhaltigkeit heisst für Bio Suisse, bei einem Prozess oder Produkt die wirtschaftlichen, sozialen, und ökologischen Aspekte gleichermassen zu berücksichtigen.

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