Bio Suisse steht für Nachhaltigkeit

Bio Suisse Bauern und Lizenznehmer wirtschaften so, dass kommende Generationen die gleichen Möglichkeiten haben – echt nachhaltig.

Bio Suisse lebt Nachhaltigkeit und entwickelt sie stetig weiter. Seit Anfang 2017 ist das nachhaltige Handeln als Grundsatz in den Richtlinien verankert. Dies bringt die Verantwortung von Bio Suisse gegenüber Mensch, Tier und Natur zum Ausdruck. Zudem ist Nachhaltigkeit ein Schwerpunkt in der Verbandsstrategie «Avanti 2025».

Die unterschiedlichen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte der Lebensmittelerzeugung sollen so weiterentwickelt werden, dass auch die nächsten Generationen gleiche oder bessere Voraussetzungen für ihr Leben und Wirken vorfinden. Ein Beispiel ist der Zuwachs der biologisch bewirtschafteten Fläche in der Schweiz. Bio Suisse sorgt für Markttransparenz, damit auf den neuen Flächen auch das produziert wird, was im Markt nachgefragt wird.

Für Bio Suisse wichtige Nachhaltigkeitsthemen sind wirtschaftlich gesunde und sozial vorbildliche Betriebe, Ressourcenschutz, Biodiversität, Tierwohl, Wasser, Klima, Saatgut und ökologische Züchtung sowie faire Handelsbeziehungen.

SMART-Nachhaltigkeitsanalyse

Jb 2017 Nh Smart Gemüse Alfoeldi

FiBL-Analyse zeigt: Knospe-Betriebe arbeiten rentabel und schaffen Arbeitsplätze

Nachhaltigkeitsanalysen mit der Methode SMART liefern erstmals detaillierte Ergebnisse, wie nachhaltig Knospe-Betriebe tatsächlich sind. Die Ergebnisse bilden eine solide Basis, um im Rahmen der Strategie Avanti 2025 in den einzelnen Bereichen Schwerpunkte zu setzen.

Bio Suisse liess in den letzten drei Jahren 185 Betriebe mit dem Instrument SMART durch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) untersuchen. Die nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Höfe widerspiegeln die Gesamtheit der Knospe-Höfe hinsichtlich Betriebstypen und Zonen. Die Fachspezialistinnen und Fachspezialisten erstellten von jedem Betrieb eine individuelle Nachhaltigkeitsbeurteilung aufgrund von Betriebsdaten, einer Betriebsbegehung und einer Befragung des Betriebsleiters oder der Betriebsleiterin. Die über 300 Indikatoren, die bei SMART-Analysen zur Verfügung stehen, bilden eine breite Basis zur Analyse in den Nachhaltigkeitsbereichen Ökologie, Wirtschaftlichkeit, soziales Wohlergehen und Unternehmensführung.

Die Auswertung zeigt, dass die grosse Mehrheit der Knospe-Betriebe bei den meisten Nachhaltigkeitskriterien gute bis sehr gute Leistungen aufweist. Während dies im Bereich Ökologie und Tierwohl zu erwarten war, wo die Bio Suisse Richtlinien streng sind, ist das gute Abschneiden im Bereich Soziales Wohlergehen besonders erfreulich. So erreichen sämtliche untersuchten Betriebstypen ein hohes Niveau beim Kriterium Lebensqualität.

Im Durchschnitt weisen die untersuchten Betriebe eine gute Profitabilität auf und können Investitionen tätigen. Auf rund 15 Prozent der Betriebe wurden in den letzten fünf Jahren Arbeitsplätze geschaffen. Bei den arbeitsintensiven Spezialkulturen stieg die Zahl der Arbeitsplätze seit 2014 sogar bei der Hälfte der untersuchten Betriebe.

Bio Suisse Betriebe verbrauchen im Vergleich zum durchschnittlichen Energieverbrauch von Schweizer Landwirtschaftsbetrieben weniger Energie pro Fläche. Der Grund dafür liegt wohl in der extensiveren Bewirtschaftung – so ist etwa davon auszugehen, dass die Knospe-Restriktionen beim Heizen von Gewächshäusern zu Energieeinsparungen führen.

Informationen zur Methode

Das FiBL hat die Methode SMART (Sustainability Monitoring and Assessment Routine) zur Nachhaltigkeitsanalyse und Bewertung von landwirtschaftlichen Betrieben und Lebensmittelunternehmen entwickelt. Sie basiert auf den Nachhaltigkeitsleitlinien der Welternährungsorganisation FAO und wird laufend verbessert.

SMART-Methode Infobroschüre

Mehr Bio - weniger Pestizide

Jb 2017 Nh Pestizide Senf Biene Imbio Suisse

Weniger chemisch-synthetische Pestizide heisst weniger Belastung für Böden, Lebensmittel und Wasser.

«Mehr Bio – weniger Pestizide» lautete das Jahresthema 2017 von Bio Suisse. Knospe-Produzentinnen und -Produzenten arbeiten hauptsächlich mit vorbeugendem Pflanzenschutz und ohne chemisch-synthetische Pestizide. So tragen sie dazu bei, den Spritzmitteleinsatz in der Schweiz zu reduzieren. Gesellschaft und Umwelt profitieren von saubereren Gewässern, gesünderen Böden oder weniger geschwächten Bienenvölkern.

Mit vielfältigen Aktionen und in zahlreichen Publikationen in internen und externen Medien machte Bio Suisse auf die Thematik aufmerksam. Auf Bio-Märkten in der ganzen Schweiz wurde beispielsweise ein Balancespiel vorgestellt. Darauf konnten Besucherinnen und Besucher Bio-Kugeln spielerisch an Giftkugeln vorbeischleusen.

Auf der politischen Ebene arbeitete Bio Suisse im letzten Jahr zusammen mit ihren Partnern auf einen ehrgeizigen «Aktionsplan Pestizide» des Bundes hin. Der Bundesrat beschloss im September 2017 einige wichtige Massnahmen. Der Aktionsplan geht leider wenig auf die positive Rolle des Biolandbaus ein. Er ist auch weniger ehrgeizig als vergleichbare Pläne der EU, was sich schlecht mit der angestrebten Schweizer Qualitätsstrategie vereinbaren lässt. Der Bund verzichtet beispielsweise weiterhin auf eine Lenkungsabgabe auf chemisch-synthetische Pestizide oder den regulären Mehrwertsteuersatz.

Weitere Informationen zur Qualitätsstrategie

PROVIEH – für Tier, Mensch und Umwelt

Jb 2017 Nh Provieh Alfoeldi

Bio Suisse fördert Erfahrungsaustausch zugunsten des Tierwohls.

Eine artgerechte Haltung und die Förderung der Gesundheit, etwa der Einsatz von Komplementärmedizin statt Antibiotika, sind anspruchsvoll – und brauchen Zeit und Wissen. Viele Bio-Bäuerinnen und -Bauern haben bei diesen Themen einen grossen Erfahrungsschatz. Beim Angebot PROVIEH von Bio Suisse steht deshalb der Wissensaustausch von Bauer zu Bauer sowie zwischen Beratung, Forschung und Praxis im Zentrum. So möchte Bio Suisse zusammen mit Partnern die nachhaltige und standortgerechte Tierhaltung noch gezielter fördern. Das Angebot ist in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) sowie den kantonalen Bio-Beratungen und den regionalen Mitgliedorganisationen entstanden.

PROVIEH ist sehr erfolgreich: Seit Projektbeginn im Jahr 2014 fanden in der ganzen Schweiz 85 Stallvisiten und Infoanlässe mit über 2'100 Teilnehmenden statt. In 28 Arbeitskreisen können Themen wie Tiergesundheit, Fütterung oder standortangepasste Zucht unter Berufskollegen vertieft werden. Geschulte Bio-Bäuerinnen und -Bauern sowie Bio-Berater leiten die Arbeitskreise.

Weitere Informationen zu PROVIEH unter www.provieh.ch

Wasser verantwortungsvoll nutzen

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Bio Suisse Richtlinien verlangen wassersparenden Anbau.

Wussten Sie, dass jeder Einwohner und jede Einwohnerin der Schweiz täglich 4'200 Liter Wasser verbraucht? Nur 162 Liter davon entfallen auf den direkten Wasserverbrauch für Trinken, Pflege und Haushalt. Der weitaus grössere Teil ist das sogenannte virtuelle Wasser, das für die Produktion von Gütern wie Lebensmittel oder Kleidung benötigt wird. 82 Prozent des Wasser-Fussabdrucks der Schweiz entstehen ausserhalb unseres Landes, oft in Regionen, in denen die Wasserressourcen sehr viel knapper sind als bei uns.

Aus diesem Grund hat Bio Suisse 2013 die nachhaltige Wassernutzung für ausländische Betriebe in einer Richtlinie festgehalten. In Gebieten mit knappen Wasserressourcen verlangt Bio Suisse von landwirtschaftlichen Betrieben, die nach Knospe-Richtlinien produzieren, einen Nutzungsplan. Dieser muss Verbrauch, Risiken und Massnahmen einer nachhaltigen Wassernutzung aufzeigen. So dürfen nur effiziente und wassersparende Bewässerungssysteme verwendet werden und die Wasserentnahme muss legal sein.

Die nachhaltige Nutzung der Wasservorkommen einer Region ist oft nicht von einem Betrieb allein zu lösen. Hier ist ein betriebsübergreifendes Handeln aller Wassernutzer in der Region nötig. Um das zu gewährleisten, hat Bio Suisse auf Anfang 2018 ihre Wasserrichtlinie um die Anforderung «Water Stewardship» ergänzt. Dies bezeichnet die Zusammenarbeit relevanter Wassernutzergruppen wie Landwirtschaft, Tourismus und Gewerbe in einem Einzugsgebiet.

Nachhaltigkeit heisst für Bio Suisse, bei einem Prozess oder Produkt die wirtschaftlichen, sozialen, und ökologischen Aspekte gleichermassen zu berücksichtigen.

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