Mehr Betriebe, mehr Fläche, mehr Konsumenten

Bio Suisse ist auf vielen Feldern aktiv, um die biologische Landwirtschaft und nachhaltige Verarbeitung weiterzuentwickeln. Es folgen die wichtigsten Fakten und Zahlen für das Jahr 2017 im Überblick:

LANDWIRTSCHAFT

6’423Knospe-Höfe in der Schweiz und Liechtenstein

Biolandbau ist kein Trend, sondern ein wichtiger Pfeiler der nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz. Dies zeigt das stetige Wachstum der Bio-Höfe. Per Ende 2017 zählte Bio Suisse mit 6’423 Betrieben einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Zunahme um 279 Knospe-Höfe und ein Wachstum von 4 Prozent. Auch die Zahl der Betriebe, die nach der Bio-Verordnung arbeiten, hat zugenommen. Insgesamt gab es in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 6’906 Bio-Betriebe. Per 1. Januar 2018 haben sich 386 Landwirtschaftsbetriebe neu für die Knospe angemeldet – genau gleich viele wie im Vorjahr.

Gemessen an allen 46’149 direktzahlungsberechtigten Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein kommen Bio-Betriebe neu auf einen Anteil von 13,6 Prozent. In den Kantonen Graubünden und Bern gibt es mit 1’291 resp. 1’173 am meisten Bio-Höfe. Die biologisch bewirtschaftete Fläche hat im Jahr 2017 um rund 11’000 Hektar zugenommen. In den Bergzonen wird mehr als ein Fünftel der Fläche biologisch bewirtschaftet. Gesamtschweizerisch liegt der Bio-Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche bei 14,4 Prozent.

LIZENZNEHMER

923registrierte Lizenznehmer

Wer seine Produkte mit der Knospe auszeichnen will, schliesst mit Bio Suisse einen Vertrag ab. Lizenznehmer halten nicht nur die strengen Richtlinien ein, sondern engagieren sich auch für den Biolandbau und die nachhaltige Entwicklung. Damit tragen sie viel zum guten Image der Knospe bei.

Bio Suisse konnte im vergangenen Jahr 38 Lizenznehmer und 6 Markennutzer zusätzlich gewinnen. Per Ende 2017 zählte Bio Suisse insgesamt 923 Lizenznehmer und 30 Markennutzer.

Die Fachpersonen auf der Geschäftsstelle in Basel haben erneut viele Anfragen und Gesuche bearbeitet sowie Etiketten geprüft: Im Jahr 2017 wurden 2’186 Lizenzgesuche für neue oder veränderte Knospe-Produkte eingereicht, dies ist fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Seit Frühjahr 2017 erhalten unsere Lizenznehmer und weitere Interessierte neu einen Newsletter mit Aktualitäten von Bio Suisse und der Bio-Verarbeitung. Er erscheint vierteljährlich.

Bio Suisse führte mit Verarbeitern in der Deutsch- und der Westschweiz Workshops durch, um ihre Bedürfnisse kennenzulernen und Marktpotenziale auszuloten. Dabei wurden die entscheidenden Bereiche der Beschaffung und des Marketings durchleuchtet. Dank den eingebrachten Erfahrungen und Entwicklungsideen konnten die Teilnehmenden und Bio Suisse interessante Impulse für ihre Tätigkeiten gewinnen. Der Prozess wird im nächsten Jahr fortgesetzt, mit dem Ziel, die Lizenznehmer noch intensiver zu unterstützen.

PRÄMIERUNGEN

68Gewinner der Bio Gourmet Knospe

Um die Konsumentinnen und Konsumenten auf besonders schmackhafte Bio-Produkte aufmerksam zu machen, vergibt Bio Suisse jedes Jahr die Bio Gourmet Knospe. Diese garantiert hohe geschmackliche Qualität und schonende Verarbeitung des ausgezeichneten Produkts. Die zwölfte Prämierung erfolgte in Zusammenarbeit mit Schweizer Spitzenköchen und Slow Food Youth. Eingereicht werden konnten Obst-, Gemüse-, Getreide- und Ölsaatenprodukte, aber auch Honig, Schokolade, Saucen und Essig. Der Jahrgang 2017 hat das hohe Niveau früherer Jahre bestätigt: 68 der insgesamt 120 eingereichten Produkte haben die Qualitätskriterien der Bio Gourmet Knospe erfüllt. Fünf davon erhalten für ihre speziell herausragende Qualität zudem eine Sonderauszeichnung.

Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Produkten und zur Bewertung.

Der Grand Prix Bio Suisse wurde 2017 an die RegioFair Agrovision Zentralschweiz AG verliehen. Die Marke RegioFair steht für Produkte zahlreicher Bio-Produktions- und Verarbeitungsbetriebe aus der ganzen Zentralschweiz. Sie ist das Resultat einer Kooperation der Agrovision Burgrain mit den Bio-Vereinen und ihren Mitgliedern aus den Kantonen Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und Zug. Dank der regionalen Vermarktungs- und Dienstleistungsplattform der Agrovision Zentralschweiz AG bleibt die gesamte Wertschöpfungskette in der Zentralschweiz, von den Rohprodukten über die Verarbeitung bis hin zur Logistik.

Der Grand Prix Bio Suisse steht für innovative und nachhaltige Projekte der schweizerischen Bio-Branche und ist mit 10’000 Franken dotiert.

HANDEL

8,1 %wuchs der Schweizer Bio-Markt

Erneut erreicht der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in der Schweiz einen Rekordwert. Er wächst 2017 um 8,1 Prozent auf über 2,7 Milliarden Franken. Schweizerinnen und Schweizer konsumieren pro Kopf und Jahr für 320 Franken Bio-Lebensmittel, was weltweit ein Spitzenwert ist.

Die Knospe hat ihre führende Position weiter gestärkt. Sie ist die bekannteste unabhängige Bio-Marke der Schweiz und die zweitbekannteste Bio-Marke überhaupt. Vier von fünf Konsumenten in der Schweiz kennen sie. In allen biorelevanten Punkten ist die Knospe in der Wahrnehmung der Konsumenten die führende Marke. Insbesondere in den Themen Vertrauen, Ressourcenschutz und Rückverfolgbarkeit konnte sie ihre Position stärken. Des Weiteren konnte die Knospe ihre starke Stellung in den Bereichen Nachhaltigkeit und Tierwohl nochmals klar verbessern. 75 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten bekräftigen ihr Vertrauen, indem sie mehrmals pro Monat Bio-Produkte kaufen.

Ob inländische oder Importware: Die strengen Richtlinien von Bio Suisse gelten für alle von Bio Suisse anerkannten Betriebe. Importiert wird jedoch nur, wenn der inländische Markt ein Produkt nicht oder nicht in genügender Menge bereitstellen kann. Bei jeder so genehmigten Ware ist die gesamte Lieferkette vom Betrieb bis zum Importeur und Verarbeiter bekannt und kontrolliert. Diese vollständige Chargenprüfung wurde bisher manuell abgewickelt. Im März 2017 hat Bio Suisse den elektronischen Supply Chain Monitor eingeführt, auf Deutsch Überwachung der Wertschöpfungskette. Durch die digitale Abwicklung wurde der Prozess der Warenflussprüfung einfacher, effizienter und schneller. Zudem hat Bio Suisse nun online und in Echtzeit die vollständige Transparenz über Importmengen, Warenflüsse und Akteure.

MARKT

9 %beträgt der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln

Mit 9 Prozent Marktanteil erreichen die Bio-Lebensmittel im Jahr 2017 einen neuen Rekordwert. Die Westschweiz erzielt mit 0,8 Prozentpunkten das grösste Wachstum. Sie liegt heute nur noch knapp hinter der Deutschschweiz. Auch die italienische Schweiz erreicht mit 0,6 Prozentpunkten ein sehr erfreuliches Wachstum beim Marktanteil von Bio-Produkten. In allen Produktkategorien stiegen die Umsätze und die Marktanteile. Gemüse mit 9,6 Prozent, Kartoffeln mit 9,4 Prozent, aber auch Früchte mit 8,9 Prozent verzeichnen ein überdurchschnittliches Wachstum.

Das wichtigste Segment sind mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Franken nach wie vor die Frischprodukte. Die verarbeiteten Produkte allerdings wachsen seit fünf Jahren überdurchschnittlich. Mit einem Wachstum von 8,2 Prozent im Jahr 2017 erreichen sie heute mit 724 Millionen Franken einen Anteil von 35 Prozent am Bio-Umsatz.

Spitzenreiter bei den Marktanteilen waren wie in den Vorjahren Eier, mit 26,6 Prozent. Gemüse mit 23,1 Prozent liegt weiterhin auf Platz zwei, gefolgt vom nach wir vor sehr starken Frischbrot mit 22,1 Prozent. Diese guten Werte zeigen die Akzeptanz und zugleich das grosse Potenzial von Bio-Produkten.

Die grössten Umsatzträger im Bio-Markt bleiben die Milchprodukte, die zusammen mit dem Käse 321,9 Millionen Franken Umsatz ausmachen. Die Produkte Gemüse, Salate und Kartoffeln mit 281,1 Millionen Franken liegen beim Umsatz auf dem zweiten Platz. Der Umsatz bei Fleisch und Fisch wächst ebenfalls kontinuierlich weiter und ist mit 237,6 Millionen Franken der drittgrösste Umsatzträger im Bio-Markt.

Die Richtpreise für fast alle Produktegruppen blieben stabil, ausgenommen von saisonalen Schwankungen.

VERBAND

32 Mitgliedorganisationen direkt unterstützt

Bio Suisse ist der Verband der über 6’400 Schweizer Knospe-Betriebe und der Dachverband von 32 Organisationen der biologischen Landwirtschaft in der Schweiz. Dies sind regionale Bio-Organisationen wie Bio Vaud oder Bio Grischun, Vermarktungsorganisationen wie Biofarm sowie national tätige Organisationen wie Bioterra oder das FiBL. Die Koordination des Verbandes mit den zahlreichen Organen sowie der Richtlinien- und Themenentwicklung ist eine wichtige Aufgabe der Geschäftsstelle, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien.

Die Mitgliedorganisationen wurden 2017 mit direkten Beiträgen sowie Projektbeiträgen in der Höhe von insgesamt rund 380’000 Franken unterstützt. Die Hälfte der Projekte drehten sich um den Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch, etwa in Ackerbauringen oder bei der Praxisbegleitung von Umstellbetrieben. Weitere Projekte hatten die Absatzförderung oder die Gewinnung von Bio-Konsumentinnen und -Konsumenten zum Ziel.

Auch 2017 setzte sich Bio Suisse auf politischer Ebene für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Biolandbau ein, so bei den Aktionsplänen Pestizide und Biodiversität, beim Klimaprogramm, der Pflanzenzüchtung, dem Zahlungsrahmen 2018 bis 2021 und der administrativen Vereinfachung. Wichtige Vorarbeiten des Bundes zur Agrarpolitik 2022+ sowie zu «Landwirtschaft und Ernährung 2030» hat Bio Suisse intensiv begleitet.

Bio Suisse konnte zudem verschiedene Partnerschaften stärken, namentlich mit dem Bauernverband, der Agrarallianz, Pro Natura, der Schweizer Allianz Gentechfrei und Agora. Zusammen mit der Agrarallianz trug Bio Suisse wesentlich dazu bei, dass der Gegenvorschlag zur Initiative «Für Ernährungssicherheit» zu Stande kam und schliesslich vom Volk mit knapp 79 Prozent Ja-Stimmen angenommen wurde.

Juristische Abklärungen haben ergeben, dass zurzeit keine Möglichkeit besteht, konventionelle Landwirte zur Einhaltung von Schutzdistanzen gegenüber Bio-Betrieben zu verpflichten. Sofern die «gute landwirtschaftliche Praxis» eingehalten wird, muss ein Bio-Betrieb die Pestizid-Abdrift seines konventionellen Nachbarn hinnehmen – trotz Vorsorgeprinzip in der Bundesverfassung.

GESCHÄFTSSTELLE

56Mitarbeitende beschäftigt Bio Suisse

Per 31. Dezember 2017 arbeiteten an der Geschäftsstelle von Bio Suisse mit Sitz in Basel 56 Personen: 19 Männer und 37 Frauen. Unter Berücksichtigung der Teilzeitpensen entspricht das 44 Vollzeitstellen.

Im Jahr 2017 wurden aufgrund von Kündigungen, internen Wechseln und einer Pensionierung zehn Stellen neu besetzt. Zudem hat ein zweiter Lernender die kaufmännische Lehre begonnen.

Stetige Weiterbildung ist uns wichtig, sowohl fachlich wie auch organisatorisch. An einer internen Schulung zum Thema Arbeitsorganisation und Zeitmanagement haben 27 Mitarbeitende der Geschäftsstelle teilgenommen. An zwei internen Kursen haben 12 Personen französische Konversation geübt. Des Weiteren bildeten sich Mitarbeitende individuell weiter und besuchten etwa Kurse zu gutem Schreiben, zum Verbandsmanagement oder zum Lebensmittelrecht.

Drei Väter kamen 2017 in den Genuss von je zwei Wochen Vaterschaftsurlaub, was ein Beispiel ist für die fortschrittlichen Arbeitsbedingungen bei Bio Suisse.

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